das ist unser einwurf #36
heute: it's like schützenhilfe.
Angefangen hat alles mit einem Film, der sich zur Zeit rasant über die einschlägig bekannten Kanäle verbreitet. Trotzdem soll an dieser Stelle keine kurze Rezension stehen, sondern ein einwurf und leider eine Kritik an der Kritik. Es soll kein langer Aufsatz werden, darum ein Apell an die werte Leserschaft: Widmet euch heuer oder dieser Tage weniger den vielen süßen Katzenvideos, sondern der Recherche zur Kampagne 'Kony 2012'. Es wird gedankt.
Nun zum eingangs erwähnten Film: dreissig Minuten lang, höchst professionell aufbereitet, bewegend, sowie absolut aktivierend. Der Regisseur heißt Jason Russell und ist Mitbegründer der Aktivistengruppe 'Invisible Children', die seit 2005 in Uganda daran mitarbeitet, eine unerhörte (sic!) Geschichte weltweit publik zu machen und Grundlagen für gerechte Konsequenzen zu schaffen. Wieder folgt ein Apell. Nehmt euch nun die Zeit und seht euch das Video an. Die Kritik an der Kritik folgt dann auf dem Fuße.
Neo-Kolonialismus und ein typischer Reflex
Selbstverständlich kamen hier auch erste Zweifel hoch, als die US-Streitkräfte in den Fokus des Film gerieten. Dieser Reflex ist im Angesicht der Geschichte gesund und wichtig, muss jedoch eine unbedingte Revision nach sich ziehen. Bis jetzt ist die von Invisible Children initierte Kampagne Kony 2012 eine vornehmlich us-amerikanische Angelegenheit. Inwieweit das so bleiben muss, hängt von uns ab. Von uns, die sich in anderen Breiten der Welt bewegen. Das Ziel ist eine internationale Sensibilisierung der breiten Masse. Fragen wir uns also, wie es heute um die Kritik an der Kampagne stünde, wenn die Initialzündung 2005 zum Beispiel von einer Gruppe junger Schweizer ausgegangen wäre?
Weiterhin sei hinterfragt, weshalb in den letzten Monaten eine dezidierte Berichterstattung über den Verdacht fehlte, dass die westlichen Aktivitäten im Rahmen des sogenannten arabischen Frühlings neo-kolonialistische Züge trugen? Nur wenige Zeitgenossen beschäftigen sich zudem mit dem Fakt, dass es schon seit Jahren einen Wettlauf der Weltmächte, um die Ressourcen auf dem gesamten afrikanischen Kontinent gibt. Beide nun angeschnittenen Punkte gehen im Gegensatz zur Kampagne Kony 2012 gezielt von Staaten, sowie der Privatwirtschaft aus und dienen oft hintergründig dem geopolitischen Interesse der jeweiligen Akteure. Invisible Children versucht diese Machtverhältnisse auf den Kopf zu stellen.
Die finanzielle Fragwürdigkeiten
Die zum Beispiel auf Spon von Friederike Freiburg und Horand Knaup angeführte Behauptung, dass nur ein Drittel der Einnahmen von Invisible Children für direkte Hilfe in Afrika verwendet wird, scheint schlicht und ergreifend falsch zu sein. Ein kleiner Mythos mit großen Auswirkungen, dem die Aktivisten nun mit einer klaren Stellungnahme [*] begegnen. Wir können also spenden.
Wir können auch mitmachen und zum Beispiel ein Action Kit erwerben. Dies ist ein essentieller Bestandteil einer durchaus nicht aufs Internet reduzierten Kampagne. Im einundzwanzigsten Jahrhundert kann und muss eben nicht alles viral, digital beziehungsweise vom Bildschirm aus funktionieren. Übrigens kostet das nicht alles unbedingt etwas, denn erstens bietet Invisible Children kostenlose Downloads an und zweitens ist doch sonst auch immer die Rede von DIY, nicht?
Alles auf Anfang
Es muss schon unfasslich frustrierend sein, wenn man seit Jahren mehr oder minder erfolgreich daran arbeitet, dass die Welt ein wenig besser wird und nun Heerscharen von Zeitgeistern diesen Plan zerreden wollen. Im besten Falle mit der Frage, weshalb denn ausgerechnet Uganda, weshalb nicht irgendwie woanders? Gute Idee. Spricht gar nichts gegen und schon gar nicht die Partizipation an Invisible Children. Kony 2012 ist eine Kampagne die hoffentlich mit dem Ende diesen Jahres erfolgreich endet. Schon im gezeigten Film kann die ganze Tragweite des Projekts bewusst werden, wenn man denn will. Joseph Kony soll nur der Anfang sein, das gegenwärtige Herrschaftssystem wird symbolisch angeklagt und, ja, auf den Kopf gestellt. Eine schöne Idee, eine gute Idee, eine Idee, die unterstützt werden muss.
Notfalls: Hijack this!
Wer sich dem Beigeschmack nicht erwehren kann, dass Kony 2012 so furchtbar amerikanisch ist, dem sei letztlich noch anempfohlen erst Recht mitzuwirken. Je internationaler, je bunter diese Kampagne wird, desto weniger kann sie stigmatisiert werden. Gerade da wo 'Uncle Sam' scheinbar weder vorder- noch hintergründig aus imperialistischen Interessen handelt, verschanzen sich zu viele Zeitgenossen hinter plakativer Kritik, die auf Kosten der Millionen Opfer von Herrn Joseph Kony geht.
Also, eigentlich bleibt nur zu sagen: Schluss jetzt mit dem Gerede. Fangen wir an zu handeln! Statuieren wir gemeinsam ein Exempel!
weiter zu InvisibleChildren
web [*]
facebook [*]
stellungnahme [*]
08 März 2012
einwurf #36
29 Januar 2012
buch: Amir Hassan Cheheltan / Amerikaner töten in Teheran
Amir Hassan Cheheltan / Amerikaner töten in Teheran
aus dem Persischen von Susanne Baghestani und Kurt Scharf
EAN 9783406621604 / 189 Seiten
C.H.Beck (2011) / 18,95 Euro
Sowohl die Islamische Republik Iran als auch die Vereinigten Staaten von Amerika haben ein Imageproblem. Innenpolitisch gärt es und außenpolitisch stehen ihnen weite Teile der Welt unversöhnlich gegenüber. Zeichnete man einen Kreis und wollte beide Länder auf der Kreislinie einzeichnen, so dürften sie direkt benachbart sein. Sie sind sich so ähnlich, doch schon ein Perspektivwechsel macht deutlich, wie weit sie voneinander entfernt sind. Die politische Stoßrichtung geht beiderseits gegen einen, mehr oder weniger klar definierten Feind von außen, um vom inneren Unruhepol abzulenken. Soweit die einleitenden, persönlichen Worte.
Amir Hassan Cheheltan, geboren 1956, hat lange in beiden erwähnten Staaten gelebt. Heuer lebt er in Berlin, was jedoch weniger dem Zwang zum Exil, als mehr der Freiheit zur Wahl und einer durchaus unberechenbaren Situation in seiner Heimat geschuldet ist.
Amerikaner töten in Teheran ist ein Episodenroman. Die beschriebene Zeitspanne liegt zwischen 1924 und 1988 und ist damit von Traumata und Wirrnis geprägt. Die prägende Frage der miteinander verwobenen Geschichten stellt der Großneffe des 1924 zu Tode geprügelten US-Vizekonsuls Robert Imbrie: 'Wieso werden in Iran immer Amerikaner erschossen?' Amir Hassan Cheheltan mag in den sechs Episoden keine konkrete Antwort auf diese und viele andere Fragen von Protagonisten und Leser geben, jedoch ist es schon die Fragestellung, die uns zum Nachdenken, statt zum Polemisieren führt.
Am Beispiel der Familie Huschmand wird die absurde Situation vieler Iraner vor und nach der Revolution deutlich. Resa, ein unbedarfter junger Mann, wird von einer linksextremen Bewegung rekrutiert und mausert sich zum Bombenleger. Er will die imperialistische Gefahr durch die USA mit Gewalt abwenden. Seine Schwester Mina hingegen verliert sich in den Augen eines Amerikaners und stirbt konsequenterweise - bei einem Bombenanschlag einer der vielen Terrorzellen jener Zeit. Der Vater ist längst tot, so bleibt eine Mutter die spätestens dann alles, inklusive ihres Verstandes, verliert, als ihr Sohn nach der Revolution erneut abgeführt wird: er wird zum Verräter und subversiven Element.
Wir durchwandern in Cheheltans großartigem Buch auch die Querelen der 'Operation Ajax', in deren Rahmen die CIA einen Staatsstreich inszeniert hat. So entlarvende Seiten findet man selten in zeitgenössischer Literatur und nach und nach ergibts sich ein klares Bild. Amerikaner töten in Teheran gleicht einem Puzzlespiel, denn jede Episode komplettiert das Ganze und so entsteht ein facettenreiches Gesamtbild, dass eindringlich ist und begeistert.
medientipps:
22 Dezember 2011
einwurf #35
das ist unser einwurf #35
heute: jahresabschluss.
Das kann es ja nicht sein. So still soll dieses Jahr nicht beschlossen werden. Stehen wir auf und schreien einfach mal lauthals los - aber bitte einsilbig. Das soll sehr hilfreich sein und es baut unwahrscheinlich viel Stress ab. Man könnte dem Schrei also eine Ventilwirkung zuschreiben. Vermutlich wird er auch überhaupt nicht gehört werden und damit niemanden stören, weil alle erkältet, komplett verschuldet, zu spät dran mit den Geschenken und dauerbesoffen vom Glühwein sind. Kollektiv wird dazu das Ausbleiben von Schnee, Eis, Glätte und Streumittelmangel so sehr verachtet, dass sowieso alle menschlichen Verfehlungen unumwunden hingenommen werden.
Der Jahresabschluss also. Lange blieben hier die Zeilen ungeschrieben, weil die Gedanken nicht ausgegoren oder der Autor zu erschöpft war. Eine gute Erschöpfung zumeist, für die dankbar zu sein, nicht schwer fällt. Unbekannterweise und allerseits Danke, an dieser Stelle. Weiteres wird internen Depeschen entnehmen zu sein. Transparenz ist eine Mode, die der gewiefte Zeitgeist heuer meidet.
Ein audiovisueller Genuss soll die geneigte Leserschaft auf den letzten Atemzügen, bis zur von Schwefelqualm geschwängerten Silvesternacht, begleiten. Es handelt sich um den kurzen Film 'Logorama', dessen Idee und Realisation auf das Konto von Francois Alaux, Hervé de Crécy und Ludovic Houplain gehen.
Exzellent zeigt dieser wunderbar gemachte Film unter anderem auch, dass es nicht nur Töne sind, die eine Rolle zu spielen haben, wenn wir uns über Lärm unterhalten. Weitaus mehr könnte dazu geschrieben werden, denn dies war die eigentliche Assoziation des Autors zwischen Video und einleitenden Worten: Zu viel des Guten, ist nicht mehr gut oder: auch Logos machen Lärm. Allerlei Phrasen und zu diesen greift man insbesondere dann, wenn man müde ist. Das darf man nach diesem Jahr auch sein und so wird ein gute Zeit gewünscht, tatsächlich darum gebeten, sich allerseits verstärkt für Frieden, Verständigung und Geschwisterlichkeit einzusetzen und einmal laut geschrieen. Auf bald!
18 Oktober 2011
film: Apparat - The Devil's Walk
APPARAT
THE DEVIL'S WALK
agile films (uk / 2011)
director: Luke Bellis
editor: Rob Simpkins
dop: Emma Dalesman
executive producer: John Moule
Es sollen ein paar Worte über den Musiker 'Apparat' geschrieben werden - mit bürgerlichem Namen Sascha Ring, zumeist sesshaft in Berlin, mit seiner Veröffentlichung 'DJ-Kicks' im vergangenen Jahr unter den absoluten Favoriten des Autors und am 23. September 2011 erschien das neue Album 'The Devil´s Walk'.
Als Vorgeschmack auf die Musik derer wir seit wenigen Tagen habhaft werden können, ist ein Film zu bestaunen. Kein Clip, keiner dieser zahllosen Teaser in denen geschmacklose Kunst für geschmacklose Zeitgenossen angepriesen wird. Hier handelt es sich um einen ästhetischen Beitrag zur Abendgestaltung. Bitte zurücklehnen, schauen und vor allem natürlich lauschen.
Doch es soll nicht nur dem Genuss gedient sein. Informationen sollen sein - in kurzen Interviewfetzen erklärt Sascha Ring natürlich das durchaus symbolträchtige Artwork des Covers, weshalb unter anderem die Romantik, sowie der Dichter Percy Bysshe Shelley für den Titel des Albums verantwortlich zeichnen dürfen, was ihn mit Mexiko verbindet und weshalb es diesmal ein also Band-Album wurde.
Letztlich kann man über den unten stehenden Verweis an das Werk gelangen. Das hat allerelei Vorteile, ist jedoch nur ein Weg von vielen. Ein anderer der anempfohlen sei, ist der Gang ins Plattengeschäft. Unbedingt sollte der einzuschlagenden Weg über einen Kaufvertrag führen. Honorieren wir diese großartige Arbeit!
medientipps:
10 Oktober 2011
film: We Are Visual / 20357
20357
we are visual (ger / 2011)
concept: Brent Dahl, Marc Einsiedel, ...
camera: Sebotage
skater: Michi v. Fintel, Nizan Kasper, ...
In direkter Nachbarschaft der russisch-orthodoxen Kirche des heiligen Johannes v. Kronstadt in Hamburg befindet sich seit 2009 das schöne 3D Graffiti '20357'. Aus der Vogelperspektive betrachtet, kann man im Werk von Heiko Zahlmann die Postleitzahl des Bezirks rund um das Karoviertel erkennen. Diese Form der Wiederbelebung des dortigen Platzes brachte jedoch nicht nur Milchschaum, Rotwein und dazugehöriges Klientel mit sich, sondern lud richtigerweise jeden ein. Eben auch Skater. Das Keinbürgertum mag Kunst ertragen, jedoch waren Skater dann doch zu viel des Guten und der Bezirk Mitte, welcher denn auch sonst, entschied sich mit gußeisernen 'Skatestoppern' dem 'Problem' Herr zu werden. Ohne Absprache des Künstlers, der wiederum erfolgreich protestierte. Die Stopper verschwanden. Das Kunstwerk wurde wieder hergestellt, aber der Boden um '20357' ist nun geriffelt. Einen besseren 'Skatestopper' gibt es nicht.
Im folgenden Video dokumentieren die Herrschaften des großartigen Künstlerkollektivs 'we are visual' kurz .wav, wie man Abhilfe schaffen kann. Man nehme mobile Rampen, lege sie über den unbefahrbaren Boden, fixiere sie mit Schrauben und nutze das Skateboard. Seht selbst und verpasst nicht zu sehen, wie sich innert kürzester Zeit Besuch anmeldet. Unerwünschter Besuch.
Übrigens, es ist wahr, dass dieses Geklicker und Geklacker von Skateboards nervtötend sein kann und es ist richtig, dass Menschen die sich freuen durchaus auch lauter werden. Das ansässige Kleinbürgertum wollte keine mehrspurigen Straßen vor der Haustür mehr. Die gibt es inzwischen nicht mehr.
Häufig will dieses Klientel auch keine Kindergärten in der Nachbarschaft, keine Obdachlosen unter Brücken und eben auch keine Skater in Hörweite. Vielleicht sollte man ... ja. Wir sollten wirklich!
23 September 2011
buch: Raouf Khanfir / Wittgenstein
Raouf Khanfir / Wittgenstein
Roman
EAN 9783941978072 / 152 Seiten
Hablizl (2011) / 16,90 Euro
There are some people who can swallow their fear ...
Dieses Buch ist augenscheinlich eine der guten Neuerscheinungen in diesem Jahr. Augenscheinlich, weil die Buchgestaltung schon hervorragend ist. Verantwortlich für diese Arbeit zeichnet niemand Geringeres als der Grafiker Mario Lombardo und sein BUREAU LOMBARDO [*]. Verlegt wird das Buch im unabhängigen HABLIZEL Verlag, dessen sowieso ausgewähltes Programm an dieser Stelle nicht verschwiegen werden sollte. Also eine augenscheinlich gute Neuerscheinung - und wie sieht es mit dem Inhalt, dem essentiellsten Teil eines Buches, aus? Kurzum, auch hier kann ein sehr gutes Urteil gefällt werden: Raouf Khanfir ist ein wirklich lesenswertes Debüt gelungen!
Widmen wir uns der Geschichte. Marco H. besitzt nicht viel. Er bewohnt ein möbiliertes Zimmer im kanadischen Montréal und kann seinen weltlichen Besitz in zwei Koffern unterbringen. Sein Leben gestaltet sich recht ungezwungen, ja nahezu hedonistisch könnte man sagen. Konzertbesuche, lange Abende auf seiner Holzterasse zur Ruelle und jeden Morgen die Warterei vor dem gemeinsamen Badezimmer der Hausgemeinschaft.
Eines morgens ereilt Marco H. eine gute Nachricht. Behördenpost aus Bad Berleburg in Deutschland verkündet, dass er ein Haus geerbt habe. Er beschließt Montréal zu Gunsten der südwestfälischen Provinzu verlassen. Eine streibare Entscheidung. Bei seiner Ankunft in Wittgenstein, hier also nun erkennen wir, dass der Namensgeber des Buches keineswegs der große, gleichnamige Philosoph ist, tritt ihm das ungewöhnliche Begrüßungskommitee gegenüber. Ein etwa zehnjähriges Mädchen tritt aus dem Halbschatten der Bahnhofshalle, tritt zaghaft vor, piepst ein Willkommen und verschwindet ebenso schnell, wie sie auftauchte.
Fortan, so könnte man sagen, geht einiges nicht mehr mit rechten Dingen zu. Das Haus der Grosstante scheint vom Geist eben jener Dame bewohnt zu werden. Zwar findet Marco H. einen Job als Telefonist beim örtlichen Taxiunternehmen und sogar eine neue Freundin, doch ist da auch noch ein alter Nachbar aus Kanada, der alles über ihn zu wissen scheint und letztlich sterben Menschen. An den Landstraßen liegen sie. Ohne Gesichter. Für immer aus dem Dasein gestrichen.
Hier darf geschlossen werden. Nur eins sei noch gesagt: Wittgenstein ist ein zweistimmiger Roman. Und obwohl es dem aufmerksamen Leser nicht schwer fallen wird, die zweite Stimme rasch zu zuordnen, verliert dieses Buch keinesfalls an Spannung. Präzise formuliert es der Klappentext: 'Existenzialistischer Krimi. Mysteriöse Geistergeschichte. Wie ein sanfter, dennoch beunruhigender Albtraum während eines zu lang geratenen Mittagsschläfchens'. Lesen Sie dieses Buch, werte Herrschaften!
medientipps:
06 September 2011
media: GlobalFaction
GLOBALFACTION
web. globalfaction.org
heads. globalfaction ltd.
since. 2006
location. london, uk
Es ist keineswegs elitär, sich ausdrücklich keinen Fernseher mehr in die Wohnung zu stellen. Ebensowenig ist es kulturpessimistisch, wenn man das Radio höchstens mal bei Renovierungsarbeiten in der frischbezogenen Wohnung dudeln lässt und es hernach als rundum überflüssig ansieht. Soundcloud und Consorten erweisen großartige Dienste für den erklärten Musikliebhaber, diverse Angebote im Netz machen Fernsehabende mit Angeboten von der Stange überflüssig - kurzum: Die Programmdirektoren schaffen reihenweise sich ab.
Die Herrschaften von GlobalFaction bieten zwar auch ein gezieltes Angebot, jedoch mit hehren Zielen: Der Fokus liegt auf Musik mit 'wake up message'. Seit 2006 werden auf verschiedenen Kanälen einem stetig wachsenden, sowie heterogenen Publikum verschiedene Produktionen präsentiert - alles in exzellenter Qualität und im Guerilla Style abgefilmt. Namenhafte Künstler wie Logic, Lowkey, M1 (Dead Prez) oder The Narcicyst finden sich im Archiv der Gruppe. Kein Video, kein Lied, dass nicht auf seine eigene Form eine klare Zeitkritik übt, wie es das Selbstverständnis von GlobalFaction verlangt.
Und ja, es wird einem nicht entgehen, dass oft eine Message transportiert wird, in der für Armut und Krieg in dieser Welt keineswegs nur machthungrige Diktatoren verantwortlich gemacht werden. Jene die nun jedoch schon zumachen und laut über Verschwörungstheorien schimpfen, die sollten nachstehendes Video nicht anschauen und es sich dann doch lieber auf dem Sofa bequem machen, um sich die Gehirnzellen von den hypnotischen Kräften der Massenmedien massieren zu lassen.
Allen anderen sei das neue Musikvideo von Lowkey, M1 und Black The Ripper mit dem Titel 'Obama Nation Part 2' anempfohlen.
