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20 September 2012

einwurf #37

charlie chaplin as hitlerdas ist unser einwurf #37
heute: nachzittern und vorglühen.

'Unschuld der Muslime' ist ein mutmaßlich us-amerikanischer Spielfilm von Nakoula Basseley Nakoula aus dem Jahr 2011. Das von religiösen und politischen Extremisten unterstützte und als antiislamischer Propagandafilm konzipierte Werk ist an die historische Figur des Mohammed ibn 'Abd Allah ibn 'Abd al-Muttalib ibn Haschim ibn 'Abd Manaf al-Quraschi (570–632) angelehnt, entspricht jedoch nicht den überlieferten Quellen.

Dieser einleitende Absatz ist eine abgewandelte Fassung des Wikipedia-Artikels über den nationalsozialistischen Propagandafilm 'Jud Süß' - eine recht gewagte Abwandlung, denn zwischen der Premiere des Harlan'schen Films 1940 und dem Ende des zweiten Weltkriegs im Jahre 1945 stehen Verbrechen, die mich, um es mit den Worten Adornos zu sagen, nachzittern lassen.

Das Nakoula alias Sam Bacile und seine Unterstützer keinen Vernichtungskrieg führen können, keine Vernichtungslager einrichten dürfen ist sehr gut, denn es ist durchaus anzunehmen, dass sich beides wunderbar mit ihrem Weltbild vereinbaren ließe. Schon die Tatsache, dass Nakoula sich als 56-jähriger, jüdischer Schriftsteller ausgab und behauptete 'Innocence of Muslims' mithilfe jüdischer Geldgeber finanziert zu haben, ist grotesk. Schnell stellte sich dies alles als Lüge heraus, aber die Saat war längst gesäät.

Muslime, Juden und Neger - alles Satire
Vielerorts glauben immernoch Menschen die Mär vom amerikanisch-zionistischen Hassfilm und es ist durchaus anzunehmen, dass Nakoula nichts anderes erreichen wollte. Das religiöse Extremisten, die sich selbst dem christlichen Glauben zuordnen und diesen damit ebenso wenig repräsentieren, wie Ayman al-Zawahiri den Islam, hinter dem vielbesprochenen Film stecken, ist inzwischen sehr sicher. Sie tun sich nicht schwer damit Juden und Muslime gleichermaßen zu hassen - achja, und natürlich Barack Obama.

Die Ausschreitungen nach der Veröffentlichung der sogenannten 'Mohammed-Karikaturen' in der dänischen Zeitung Jyllands-Posten im Jahre 2005 scheinen nur das Vorglühen der extremistischen Kräfte fast jeder Coleur gewesen zu sein. Doch nicht nur, dass wir heute eine schwerere Explosion der Gewalt erleben müssen, nein, auch ist der Film 'Unschuld der Muslime' keine Satire mehr. Es ist, wie eben mit dem einleitenden Absatz verdeutlicht, ein antiislamischer Propagandafilm.

Es ist schon absonderlich, dass gerade auf Spiegel Online ein Kommentar zu lesen ist, der das was die beiden Satire-Blätter 'Charlie Hebdo' und 'Titanic' aktuell machen, so vortrefflich entlarvt. Als 'Trittbrettfahrer der Meinungsfreiheit' tituliert Stefan Kuzmany die Redaktionen im Speziellen, und man mag annehmen viele andere Mitmenschen im Allgemeinen. Ein Beitrag von jener Sorte, die beim besagten Nachrichtenmagazin ein viel zu seltenes Vergnügen gewordenen sind. Ebenso wie Satire auf dem Niveau eines Charlie Chaplin, dessen Konterfei als der große Diktator (1940) das einzige satirische Stilelement dieses einwurfs bleiben soll.

Am Ende ein Fragezeichen
Im Angesicht dieses Umgangs der Menschen miteinander, muss ich recht oft an öffentlich ausgelebten Sadomasochismus denken und das bedrückt mich. Gut, mögen sie tun, wie sie wollen, aber ihre und meine Kinder schauen zu, werden sogar einbezogen und eben die Kinder sind es, denen ich nichts sehnlicher wünsche, als eine friedliche, liebevolle Umwelt. Daher meine Frage: könnten die Herrschaften endlich die Finger stillhalten? Es ist genug, genug, genug, genug, genug, ...

quellen und mehr
jud süß auf wikipedia [*]
stefan kuzmany auf spon [*]


22 Dezember 2011

einwurf #35

logorama screenshotdas ist unser einwurf #35
heute: jahresabschluss.

Das kann es ja nicht sein. So still soll dieses Jahr nicht beschlossen werden. Stehen wir auf und schreien einfach mal lauthals los - aber bitte einsilbig. Das soll sehr hilfreich sein und es baut unwahrscheinlich viel Stress ab. Man könnte dem Schrei also eine Ventilwirkung zuschreiben. Vermutlich wird er auch überhaupt nicht gehört werden und damit niemanden stören, weil alle erkältet, komplett verschuldet, zu spät dran mit den Geschenken und dauerbesoffen vom Glühwein sind. Kollektiv wird dazu das Ausbleiben von Schnee, Eis, Glätte und Streumittelmangel so sehr verachtet, dass sowieso alle menschlichen Verfehlungen unumwunden hingenommen werden.

Der Jahresabschluss also. Lange blieben hier die Zeilen ungeschrieben, weil die Gedanken nicht ausgegoren oder der Autor zu erschöpft war. Eine gute Erschöpfung zumeist, für die dankbar zu sein, nicht schwer fällt. Unbekannterweise und allerseits Danke, an dieser Stelle. Weiteres wird internen Depeschen entnehmen zu sein. Transparenz ist eine Mode, die der gewiefte Zeitgeist heuer meidet.

Ein audiovisueller Genuss soll die geneigte Leserschaft auf den letzten Atemzügen, bis zur von Schwefelqualm geschwängerten Silvesternacht, begleiten. Es handelt sich um den kurzen Film 'Logorama', dessen Idee und Realisation auf das Konto von Francois Alaux, Hervé de Crécy und Ludovic Houplain gehen.

Exzellent zeigt dieser wunderbar gemachte Film unter anderem auch, dass es nicht nur Töne sind, die eine Rolle zu spielen haben, wenn wir uns über Lärm unterhalten. Weitaus mehr könnte dazu geschrieben werden, denn dies war die eigentliche Assoziation des Autors zwischen Video und einleitenden Worten: Zu viel des Guten, ist nicht mehr gut oder: auch Logos machen Lärm. Allerlei Phrasen und zu diesen greift man insbesondere dann, wenn man müde ist. Das darf man nach diesem Jahr auch sein und so wird ein gute Zeit gewünscht, tatsächlich darum gebeten, sich allerseits verstärkt für Frieden, Verständigung und Geschwisterlichkeit einzusetzen und einmal laut geschrieen. Auf bald!

08 Februar 2011

einwurf #31

shakespeare co parisdas ist unser einwurf #31
heute: ein wirkliches luxusproblem.

Auf Oscar Wilde soll das Zitat 'Man umgebe mich mit Luxus, auf alles Notwendige kann ich verzichten' zurückgehen. Schöne Einbände, vorzüglich gesetzte Texte, hübsche Illustrationen, kluge und komische Wortketten. Bücher in denen man sich verlieren oder wiederfinden kann. Diese besonderen Sätze die für immer bleiben oder jene die in ihrer Kurzweiligkeit so gleich verschwinden - ganz wie ein Traum eben noch erinnert, dann doch immer, immer mehr verblasst. All die Bücher, die mich umgeben sind ein wahrer Luxus. Ich will auf sie nicht verzichten. Sie sie sind mir lieb geworden. Ihrer werde ich nicht überdrüssig und wenn ich sie nur zu immer größeren Stapeln auftürme. So verzichte ich dann und wann auf einen längst notwendigen Hausputz, wandere lesend mit den Sonnenstrahlen durch mein Zimmer. Mit einem Wohnraum zur Südseite zu wohnen war mir wichtig. Doch notwendigerweise brauche ich für diesen meinen Luxus recht viel Zeit.

Die Zeit um diesen Luxus zu genießen, sie ist notwendig und auf diesen Umstand heruntergebrochen hat der werte Herr Wilde nun Unrecht. Ich mag von Luxus umgeben, keineswegs auf alles Notwendige verzichten. Nicht jedenfalls auf Lesezeit. Anders gedacht ist mir Zeit auch zum Luxusgut geworden. Ich habe zu wenig davon, um all die wunderbaren Bücher zu lesen, die ich zu lesen gedenke. Ein ausgewachsener Skandal. Was ist zu tun, um dem entgegenzuwirken? Diesem wirklichen Luxusproblem. Dieser Ausgeburt der Dekadenz. Ich werde darüber nachdenken und hiermit schließen. Jedoch nicht ohne auf eine ausgesprochene Rarität hinzuweisen, derer ich habhaft geworden bin.

All zu passend der Titel: 'Nackt in einem Märchenschloß voll wirklich schlechter Menschen'. In Zusammenarbeit mit dem Typhographen Martin Z. Schröder hat Max Goldt mit diesem Büchlein mir ganz wunderbare Minuten beschert. Auf einer alten Presse mehrfarbing in Bleisatz wurden lediglich 2010 Exemplare gedruckt. Jedes ist numeriert, eines fand seinen Weg zu mir. Eines wird noch an gewohnter Stelle feilgeboten. Geneigte Leser mögen dem Medientipp folgen. Alle anderen kaufen bitte das weisse Buch von Rafael Horzon.

medientipps:

21 Januar 2011

einwurf #30

foto prix pictet growthdas ist unser einwurf #30
heute: wachstumsschmerz.

In jungen Jahren, als wir vielleicht gerade mal so über die Tischkante gucken konnten, da hatten viele von uns diese ominösen Wachstumsschmerzen. Eine allgemein anerkannte Definition dieses Leidens gibt es nicht. Die Ursachen gelten als ungeklärt. Gemeinhin bekannt ist das Phänomen trotzdem und irgendwann ist es ja auch vorbei. Später sind es dann die Restless Legs, aber das ist jetzt ein anderes Thema. Wachstum kennt beim Menschen jedenfalls seine Grenzen - mindestens in der Vertikalen.

In der Horizontalen sagt sie, während sie Tomatenmark dem Plätzchenteig beimischt, geht es doch zweifellos immer weiter. Hier könne der Mensch seinen Größenwahn, der in der Vertikalen seine Grenzen gesetzt bekommt, im Städtebau ausleben. Es wird genickt und aufgeschrieben. Eine vorliegende Dokumentation mit dem Titel 'Empire St.Pauli - von Perlenketten und Platzverweisen' widmet sich, am Beispiel des überregional bekannten Viertels St.Pauli, diesem Thema. Übermäßiges Wachstum kann Schmerzen verursachen, kann dem Menschen und seiner Umwelt in hohem Maße schaden. Auf der Seite des kanalB kann die fünfundachtzig Minuten lange Dokumentation angeschaut werden. [*]

Sie sagen: 'Wir haben uns irgendwie die Sicht verbaut, // dort wo der Himmel war, da steht jetzt ein tiefgraues Haus.' Die Rede ist von Tua und Vasee, die mit ihrem formidablen Track 'Die Stadt' die gewisse Inspiration beigetragen haben, um beim Plätzchenbacken schnell noch den einwurf #30 zu verfassen. Vielleicht ist euch ihr audiovisuelles Werk auch Inspiration. Zu hoffen ist, dass verstanden wird, dass alles geht, so lange man das richtige Maß kennt und hält. Eine Faustregel - ebenso übertragbar auf freies Plätzchenbacken, wie auf Städtebau und den Umgang mit Mitmenschen, sowie Umwelt.



© growth - Prix Pictet 2010, to be published by teNeues in January 2011, www.teneues.com. © courtesy of The Prix Pictet Ltd.

30 Dezember 2010

einwurf #29

foto tobias zielony cardas ist unser einwurf #29
heute: rückblick.

Es war fraglos ein wildes Jahr. krisenzeit & sonnenschein hat sich seit Januar 2010 prächtig gemacht. Einer inhaltlichen Restrukturierung war es geschuldet und dazu sicher auch der sehr schönen Grafikarbeit von Malte Müller [*] und vieler, vieler Gespräche mit wunderbaren Menschen über Kultur, Schöngeist, Konsum und unzählige andere Issues. Ich, wir, ihr - alle sind größer und besser geworden dieses Jahr.

Klassische Rückblicke langweilen mich. Ich muss gegen Ende des Jahres nicht wissen, was in der politischen Landschaft so passiert ist. Ein Jahr. Das sind meist 365 Tage. Kann man sich wirklich nicht noch gut erinnern, was da vor zwölf Monaten so war, wenn man die grauen Zellen ein wenig anstrengt? Nicht? Ist es dann Vergesslichkeit oder Verdrängung? Ich brauche keinen Jahresrückblick, weder gedruckt noch gedreht - viel interessanter ist da doch die Radiosendung NDR Zeitzeichen [*] - gibt es übrigens auch als Podcast.

Eins jedoch lag mir am Herzen. Gute Bücher. Gute Musik. Gute Themen.
Doch den Listen voran, sollen die besten Wünsche für das kommende Jahr stehen. Es ist zu hoffen, dass die geneigte Leserschaft sich nicht damit aufhalten wird ihr Geld mit der Kriegsprothese Feuerwerk zu verpulvern und wir im kommenden Jahr weitere Schritte machen, um diese Welt zu einem schönen, wunderbaren, magischen Ort zu machen, der er leider noch immer nicht ist. Bleibt den guten Dingen treu. Auf ein Wiederlesen in 2011.

belletristik 2010
// rafael horzon / das weisse buch [*]
// nicolai lilin / sibirische erziehung
// emmanuel bove / schuld
// adrian mckinty / der sichere tod
// philipp tingler / doktor phil

sachbuch belletristik 2010
// byung-chul han / müdigkeitsgesellschaft [*]
// unsichtbares komitee / der kommende aufstand
// eugen drewermann / woran ich glaube
// jonathan safran foer / tiere essen
// gerald hörhan / investment punk

fotobuch 2010
// tobias zielony / story no story
// rainald goetz / elfter september 2010
// andreas herzau / istanbul
// just loomis
// fotos für die pressefreiheit 2010

musik 2010
// fritz kalkbrenner / here today gone tomorrow
// apparat / dj kicks
// kollektiv turmstraße / rebellion der träumer
// hans unstern / kratz dich raus
// trentemøller / into the great wide yonder

issues 2010
// der große baumeister / religion
// postmoderne / perspektive
// veganismus / ernährung
// digitalisierung / print
// raum / ästhetik

photo (foto) © tobias zielony

03 Dezember 2010

einwurf #28

james blake limit to your lovedas ist unser einwurf #28 heute: unvergessen.

Allerseits bereits gefeiert. Längst drüber gesprochen oder geschrieben. Im Prinzip schon in der Mottenkiste. James Blake kündigte ein Debütalbum für Januar 2011 an, veröffentlichte ein Cover von 'Limit to your Love' und machte mich damit nachhaltig glücklich. Es sollte nicht immer nur um 'brandneu' und 'up-to-date' gehen. Vor Wochen lief dieses Lied bei mir hoch und runter, doch erst heute finde ich, da sollte es auch hier eingebettet sein. Heute. So mancher mag das Lied aus dem allgemein immer schwächer werdenden Kurzzeitgedächtnis schon wieder gestrichen haben. Es ist gewichen. Wurde vergessen. Die Synapsen verarbeiten wieder eine Flut an neuen Eindrücken. Da huscht ein solches Meisterwerk nur vorbei. Zack da. Zack weg.

Fragt man mich, wer das denn noch lesen und hören wolle, da erwidere ich, dass mir kein Mensch einfallen wird, weil ich nich darüber nachzudenken gewillt bin. Das geschieht alles losgelöst von Angebot und Nachfrage. Ich habe mich an ein ganz wunderbares Lied erinnert. Es war nur ein kurzer Augenblick. Eine Schneeflocke, die mir heute morgen ungewöhnlich lang im Blickfeld blieb, als ich die erste Zigarette genoss. Da war es da. Klang. Ton. Akkord.

Jetzt baut dieses Lied eine Brücke. Eine Brücke zu einem Freitagmorgen, da im verschneiten Hinterhof. Es wird ein unvergessener Moment bleiben. Eine Erinnerung. Eine Erfahrung von den vielen, deren Summe wir letztlich sind.

17 November 2010

einwurf #27

bar25 filmdas ist unser einwurf #27
heute: dein kind. die bar25.

Erstmal dies: in ein paar Tagen, am 21. November 2010, ist offizielles VÖ-Date für das 25ste EP - Release des Bar25 Labels. Ein Abschied steht an. Persönlich. Traurig. Alles der Umstände wegen. Devise: Kauf - doch nun heißt es bitte auch allerseits in die Hände spucken. Ihr könnt etwas tun. Wir können etwas tun, damit einem der magischsten Orte Berlins ein würdiges Denkmal gesetzt wird. Ein Film entsteht und er soll ganz großartig werden, aber die Bar25 gehört nicht ins Raster der klassischen Filmfinanzierung. Hier spielen wir die große Rolle.

Unter dem Arbeitstitel 'Bar25 - Der Film' entsteht noch bis zum kommenden Früjahr ein audiovisueller Rückblick auf über sieben Jahre Bar25. Da sind über 250 Studen an Filmmaterial. Da ist 25films [*] und das sind Dijana Bujevic, Britta Mischer, Peppa Meissner, Alex Schmalz, sowie Nana Yuriko. Ich will gar nicht viele weitere Worte verlieren. Guck den Teaser da unten und vor allem ...

Support. Spendet. Fördert. Nennt es wie ihr wollt. Auf inkubato.com [*] könnt ihr dies tun und dafür definitiv entlohnt werden. Heute sind es noch 49 Tage und es werden noch knapp 18 000 EUR benötigt. Jeder von uns könnte, sollte und müsste diesem Projekt seine Aufwartung machen. Also. Klicken [*] und supporten. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

08 November 2010

einwurf #26

inamillionyearsdas ist unser einwurf #26
heute: castor pixeln.

Für mich war die Dokumentation 'War Photographer' einer der essentiellsten Filmerlebnisse. Es wird wohl jedem Fotografen, der in Krisensituationen dokumentieren will, was um ihn herum geschieht, so gehen wie James Nachtwey. Rasende Wut, tiefe Trauer und unfassliche Euphorie werden durch das Objektiv kanalisiert und manifestieren sich in den entstandenen Motiven. Eine unglaubliche Herausforderung, ein ständiger Struggle. Wir sollten für Arbeit und Einsatz der Fotografinnen und Fotografen jeden Tag ein wenig dankbar sein - ich bin es.

Nun zum eigentlichen Thema. Castor pixeln.
Vor wenigen Tagen ist ein Newsletter des Fotografen Andreas Herzau bei mir eintrudelt. Gemeinsam mit den Fotografen Christian Jungeblodt, Michael Meyborg, Daniel Rosenthal und dem Filmemacher Lukas Thiele hat er ein großartiges Multimedia Projekt realisiert. Mit 'in a million years' formulieren sie, aus Anlass des laufenden Castortransports nach Gorleben, einen bitternötigen Protest gegen die deutsche Atompolitik. Ich habe umgehend den Podcast (jenen und weitere Links findet die geneigte Leserschaft unten) abonniert und möchte das natürlich jedem ans Herz legen.

Es ist ein großes Unrecht. Das was da dieser Tage im Wendland passiert. Das was die schwarz-gelbe Bundesregierung mit dem Ausstieg aus dem Atomausstieg forciert. Das was die Atomlobby auf Kosten der kommenden Generationen treibt. Es ist ein großes Unrecht. Die reine Menschenvernunft müsste uns auf die Straße treiben. Nicht jeder ist im Stande dies zu tun, aber wir können ein Zeichen setzen und darüber sprechen. Davon berichten. Dafür streiten. Tut dies. Supportet Projekte wie 'in a million years'. Entdeckt eigene Möglichkeiten den Protest mitzutragen. Die einen schottern den Castor, die anderen pixeln ihn quasi. Was geht noch?



in a million years [*]
podcast [*]
youtube [*]
twitter [*]
andreas herzau [*]

photography © inamillionyears.com

01 November 2010

einwurf #25

tua vasee evigiladas ist unser einwurf #25
heute: evigila.

In meinem Bekanntenkreis galt 'Grau' von Tua als das beste deutsche Rapalbum 2009. Dem konnte ich mich vorbehaltslos anschließen. Jetzt ist für den 03. Dezember 2010 'Evigila' angekündigt - benannt nach einer unwahrscheinlich düsteren Großstadt, deren Gesellschaft, zerfressen von Zweifel und Angst hinter Masken verborgen, vegitiert. Tua und Vasee werden mit vierzehn Tracks versuchen die Ketten der Bewohner zu sprengen, Augen zu öffnen und Hoffnung zu geben. Ein recht messianisches Konzept, dass jedoch bitternötig ist in diesen finsteren Zeiten, nicht? Gucken wir doch mal raus ...

Anzunehmen, dass dieser Sound aus elektronischen Klängen, Pop und Rap sofort am Thron aller bisherigen VÖs kratzt. Bereit ihn zu erklimmen. Die Zusammenkunft dieser beiden Künstler auf dem Album verspricht jedenfalls einiges, wie man von 'Grau' schon weiß. Wo Tua das Chaos, die Unrast ist, da kann Vasee mit seiner Stimme beruhigen und Wogen glätten. 'Evigila' ist eine Anti-Utopie - erbaut um niedergerissen zu werden.

Ich denke, es fällt nicht schwer in der eigenen Stadt ein wenig Evigila zu sehen.
Sieht man dies nicht, dann kann man sich dem ersten Musikvideo zum Album hingeben. 'Strassen dieser Erde' ist ein Sinnbild dessen, was die Hörer am 03.12.2010 erwartet.

22 Oktober 2010

einwurf #24

the lost generationdas ist unser einwurf #24
heute: palindrom.

Manchmal sind die relevanten Dinge in ganz unscheinbaren Meldungen zu finden und damit meine ich jetzt nicht das obligatorische 'es waren auch Deutsche unter den Opfern', sondern viel mehr die Perlen in einer wahren Flut aus Informationen. Heute war es Lars Amend der bei Facebook eine dieser Perlen platziert hat. So muss der einwurf #24 diesmal als Multiplikator erhalten.

In Anlehnung an den prämierten Wahlkampfspot des argentischen Präsidentschaftskandidaten Lopez Murphy entstand ein Video, dass Jonathan Reeds 'The Lost Generation' zur Grundlage hat. Dieser wunderbare Text ist ein sogenanntens Palindrom [*]. Meine Liebe zu Wörtern war sogleich entfacht. Doch nun seht und vor allen Dingen hört selbst.

09 Oktober 2010

einwurf #22

facts about projectiondas ist unser einwurf #22
heute: für filmvorführer.

Es sind nun zwanzig Jahre, seit IMDb an den Start gegangen ist. Das inzwischen unverzichtbares Instrument der Cineasten und Filmnerds feiert mit einem kleinen Special [*] dieses Jubiläum. Wird gut gefunden. Das hat mich auch gleich angepiekt zu beschließen, dass ich dringend mal wieder ins Kino muss. Klar, das 3D - Kinoerlebnis hat was, aber ich dachte mehr an das Zeise [*] und die Verfilmung des Buches 'The Road' von Cormac McCarthy. Heuer angelaufen und bis jetzt kommen mir nur beste Kritiken zu Ohren - man schaue den Trailer [*] und bewege sich ins Kino.

Letztlich bleibt noch ein Kurzfilm des britischen Regisseurs Temujin Doran zu erwähnen. 'Facts About Projection' zeigt wohl mehr als deutlich, was so mein nostalgisches Herz so bewegt, wenn ich an Kinobesuche denke.

Diese paar Minuten sind ein Bekenntnis, dass um die Welt geschickt gehört. Ich ergänze meine Wunschliste hiermit offiziell. Ich möchte nicht, dass das gute alte Kino stirbt und immer seine gutbesuchte Nische behält - in jeder Stadt und für jeden zugänglich. Ich möchte ratternde Projektoren, Aschenbecher im Kinositz und einen Filmvorführer der in seinen Pausen auf dem Dach sitzt und mit Schneebällen wirft.

Herzlichen Dank für die ungeteilte Aufmerksamkeit und Film ab.

24 September 2010

einwurf #21

(c) heiko waechterdas ist unser einwurf #21
heute: farbenlehre.

Ich habe den Herbst vermisst. Unsere Naivität mit der wir im Laub spielen und das regennasse Kopfsteinpflaster. Es ist nicht mehr zu warm und noch nicht zu kalt. Draußen sitzen geht - auf eine Zigarette zum Kaffee. Da am Straßenrand treffen wir uns. Wir mögen die bunten Farben auf dem grauen Beton, weil sie uns Geschichten erzählen. Sie sind ein urbanes Märchen, inmitten fester Strukturen, die uns durch die Jahreszeiten tragen.

In Anbetracht der babylonischen Sprachverwirrung unserer Zeit, ist das Schweigen ein Genuss geworden. Mit offenen Augen tanzen wir wortlos durch die Straßen. Die vormals freien Flächen unserer Stadt summen ein Lied in einer stummen Sprache. Bunt und schön.

Es ist Herbst geworden und wir können nicht in den geheizten Zimmern sitzen. Beschlagene Fensterscheiben sind ein Schleier vor unseren Gesichtern. Viele reden laut von dem was die Welt bewegt, doch sitzen still. So bewegt sich die Welt bald gar nicht mehr, alles ist monochrom und wir wandeln auf einer Grauskala.

Walter Benjamin schrieb von der 'Gabe des Lauschens' und vom Verschwinden der 'Gemeinschaft der Lauschenden'. Es gibt auch eine Gabe des Sehens und eine Gemeinschaft der Sehenden.

Der Herbst läutet keine graue Jahreszeit ein. Es gibt keine graue Jahreszeit.
Es gibt nur Menschen die ausschließlich das sehen können, was sich ihnen offensichtlich aufdrängt.



photography (c) heiko waechter [*]

10 September 2010

einwurf #20

joaquin phoenixdas ist unser einwurf #20 heute: im kino mit herrn phoenix.

Drogen? Wahnsinn? Gossip, Gossip, Gossip und so wollte er das wohl auch. Nach einigen skurillen Auftritten und viel Spekulation über den Gesundheitszustand des großartigen Schauspielers ist heute in den USA der 'Limited Release' des neuen Films mit und über Joaquin Phoenix angesetzt. I'm Still Here - The Lost Year of Joaquín Phoenix wird exklusiv in einigen Kinos gezeigt, bis er dann am 17. September landesweit startet. Im Vorfeld des Release gab es saftige Kritik. Obszön sei die Produktion und es ginge soweit, dass man Phoenix dabei bestaunen darf, wie er Kokain schnieft, Callgirls bestellt und ... naja, man sollte ja nicht alles verraten. Das wohl wirklich verstörende Element ist die Tatsache, dass nicht offenbart wird wie viel Wahrheit sich mit Fiktion mischt. Doku oder Mockumentary? Ein kleiner audiovisuellen Vorgeschmack hängt unten an.

Was der bekennende Veganer Joaquin Phoenix mit Sicherheit tut, ist der scheinbar so schönen, heilen Welt Hollywoods eine subtile Abreibung zu verpassen. Die Traumfabrik der sogenannten zivilisierten Erdhalbkugel verbirgt hinter ihren schillernden Fassaden nämlich mit Sicherheit genau das, was Phoenix in I'm Still Here inszeniert.

Eingeworfen sei noch, dass Joaquin Phoenix für die Independent Produktion 'Big Shoe' in die Rolle eines Schuhdesigners mit entsprechendem Fetisch zu schlüpfen vor hat. Es wird gemunkelt, dass Steven Spielberg Regie zu führen vor hat. Halleluja - da geht was.

05 September 2010

einwurf #19

das ist unser einwurf #19
heute: zurückspulen.

Als ich klein war, sah die Welt noch anders aus.
Wolken waren weiß. Grüne Grashüpfer hatten Namen.
Der Dackel des Nachbarn war groß und gemein.
Sand in den Schuhen. Sand in den Hosentaschen.
Der Kochfisch im Kindergarten war furchtbar.
Ständig Autostau auf dem Straßenteppich.
Mit dem blauen Fahrrad radeln lernen.
Die Rückbank von Opas grünem Golf.
Und die Mumins im Mumintal.

die mumins


grafik (c) REPRODUKT [*]


Zweihundert Mal krisenzeit & sonnenschein.
Nostalgie malt manchmal melancholische Bilder.
Hier nicht. Denn schön ists gewesen.
Stets. Auf das es so bleibt.

medientipps:

21 August 2010

einwurf #17

christoph schlingensiefdas ist unser einwurf #17 heute: ein nachruf auf christoph schlingensief.

Herr Schlingensief ist gegangen.
Und zwar am 21.08.2010.
Neunundvierzig Jahre.
Ein lautes Leben.
Prägend.




Oft ist es doch so, dass Menschen die man höchstpersönlich kennt, tun und lassen können was sie wollen. Nicht? Jene die man nur aus erheblicher Distanz kennt, ihnen jedoch unweigerlich begegnet, da sie im öffentlichen Leben wirken und schaffen, geraten da schon eher ins Fadenkreuz der Kritik. Oft ist diese unreflektiert, insbesondere dann, wenn die kritisierte Persönlichkeit mehr transportiert als Brot und Spiele. Der Substanz wird mit substanzloser Kritik begegnet.

Ein vielkritisierter Kritiker unserer Zeit ist heute gestorben.
Der Tod von Christoph Maria Schlingensief macht betroffen.
Adieu!



photography © aino laberenz

12 August 2010

einwurf #15

allahdas ist unser einwurf #15
heute: ramadan.

Circa 1,4 Milliarden Menschen gehören heute der islamischen Glaubensgemeinschaft an. Der Islam gilt immernoch als die weltweit am schnellsten wachsende Religion. Jedes Jahr begeht die Ummah den Fastenmonat Ramadan. Gestern und heute hieß es wieder 'the same procedure as every year', da sich der Streit um die Sichtung der Mondsichel, die gewöhnlich den Beginn der Fastenzeit bedeutet, quer durch die islamische Gemeinschaft zog. Türken gestern, Iraner heute. Religionsgelehrte, Astronomen und Mathematiker - jeder meint es besser zu wissen. Der Islam ist eine der vielfältigsten, faszinierendsten und mit Sicherheit gespaltensten Religionen. Ein genauerer Blick schadet fraglos nicht. Den unterhaltsamen Anfang kann man mit folgendem Video machen.



Desweiteren empfiehlt sich folgende Lektüre für den geneigten Leser ...

medientipps:

21 Juli 2010

einwurf #13

homelessdas ist unser einwurf #13
heute: hammo.

Hammo, du hast mir von deinem Vater und deiner Mutter erzählt. Er sei tot und sie habe dich vor drei Tagen nach achtundzwanzig Jahren vor die Tür gesetzt. Rausgeworfen. Nun seist du obdachlos. Mentholzigaretten rauchtest du nicht, aber du seist hungrig. Deine Füße täten schrecklich weh. Eben habe man dich ausgelacht. Verscheucht. Abgemagert bist du fraglos, Hammo. Ich weiß nicht, ob du mir eine wahre Geschichte erzählt hast. Die Menschen seien so kalt. Ich pflichtete dir bei. Aus welchem Stoff sind sie, deine Sehnsüchte?

Du hast mir gegenüber gestanden und geweint. Ein schmerzverzerrtes Gesicht. Keine Maske. Ein schwacher Mensch, der stets wiederholte, dass er nicht mehr könne. Du hast mir kein Messer in die Seite gerammt, als ich deine Umarmung erwiderte, Hammo. Es wäre niemand da gewesen, der mir hätte helfen wollen. Ich empfand keinen Ekel. Keine Angst.

Ich gab dir sechs Euro. Einen Schein und eine Münze.
Ein Fetzen Papier. Ein Stück Stahl.
Mehr nicht.

In zehn Minuten haben wir begonnen zu definieren was Menschsein bedeutet.
Ich solle deinen Namen nicht vergessen, sagtest du. Nein, das werde ich nicht.

photography by SamPac [at] flickr
visit him: flickr.com

30 Juni 2010

einwurf #12

la hainedas ist unser einwurf #12
heute: auch bei sonnenschein.

Vor wenigen Minuten wurde Christian Wulff (CDU) im dritten Wahlgang von der Bundesversammlung zum neuen Staatsoberhaupt gewählt. Na dann, herzlichen Glückwusch zu diesem zehnten Bundespräsidenten. Vielleicht wird mit ihm ein neuer Wind durch das Schloss Bellevue wehen, vielleicht wird Deutschland im Juli sogar Fussballweltmeister und vielleicht fällt in China gleich ein Sack Reis um.
einwurf #12 widmet sich weitaus wichtigeren Angelegenheiten.

Teile des Hamburger Stadtteils Neuwiedenthal wurden heute, als Reaktion auf die vorausgegangenen Auseinandersetzungen zwischen Anwohnern und Polizei, offiziell zum Gefahrengebiet erklärt. Ein inzwischen mehrfach auf youtube.com hochgeladenes Video dokumentiert [*] den Auslöser der Gewaltwelle. Es wird gefragt, wie die mediale Berichterstattung ausgesehen hätte, wenn diese Aufnahmen nie veröffentlicht worden wären und desweiteren, ob Videokommentare tatsächlich ein Spiegelbild der deutschen Gesellschaft darstellen.

Über das Buch des Tätowierkünstlers Nicolai Lilin wurde an dieser Stelle schon geschrieben. Ergänzend soll ein kurzes Video [*] dazu dienen, sich vom Schriftsteller ein Bild zu machen. Es wird gefragt, ob dir dein soziales Umfeld stets vorschreibt, wie weit und wohin du zu gehen hast oder ob es die Restgesellschaft ist, die dir versucht zu diktieren, wer du zu sein hast.

Das Spielfilmdebüt der russischen Regisseurin Valeria Gai Germanika 'Everybody dies but me' wurde bereits 2008 beim Filmfest München ausgezeichnet und in Cannes fand es immerhin lobende Erwähnung. Es wird gefragt, ob wir den Film [*] zeitnah noch in die Hände bekommen.

Kritische Töne sind stets von Nöten; auch bei Sonnenschein.
Mit einer großartigen Szene der Filmgeschichte wird geschlossen und allseits ein aufgeweckter Start in den Sommermonat Juli gewünscht.

19 Juni 2010

einwurf #11

sebastian horsleydas ist unser einwurf #11
heute: ein nachruf auf sebastian horsley.

Sebastian Horsley ist tot.
Lebte bis zum 17. Juni 2010.
Siebenundvierzig Jahre.
Letztlich in London.
Überdosis.


Die besten Worte für diesen unschönen, jedoch fraglos unausweichlichen Anlass hat Sebastian Horsley in einem der vielen Interviews selbst gefunden: '(...) asking me if i believe in life after death and i don't believe in life before death.' Mehr kann und muss eigentlich zum Künstler, Schriftsteller und letzten großen Dandy unserer Zeit nicht gesagt werden.

All jene geneigten Leserinnen und Leser kaufen sich sein 2009 im Blumenbar Verlag erschienenes Buch 'Dandy in der Unterwelt' [*] und lesen. Letztlich - da keine Wertung meinerseits Herrn Horsley auch nur annähernd gerecht werden würde, sich jedoch viele nicht dazu bewegen lassen einfach ins Blaue zu konsumieren, lassen wir den personifizierten Mittelpunkt, eines jeden von ihm in den letzten Jahren besuchten Anlasses, selbst zu Worte kommen.

06 Juni 2010

einwurf #10

james nachtweydas ist unser einwurf #10
heute: jubel und kritik.

In wenigen Tagen findet in Johannesburg das Eröffnungsspiel der Fussballweltmeisterschaft 2010 statt. Südafrika gegen Mexiko. Insgesamt sieht der Spielplan für einen Monat 64 Partien vor und am Ende wird es nur einen Sieger in diesem Wettbewerb geben. Die Menschen werden jubeln, Fangesänge anstimmen und zittern, wenn es dann doch mal knapp wird. Knapp im Spiel. Für über neunzig Minuten einfach mal abschalten. Alles andere verdrängen wollen. So sehen Spielverderber diesen Monat in denen das Runde in das Eckige soll.

2006 wurde in Südafrika erstmals eine besonders aggressive Form des Lungenleidens Tuberkulose diagnostiziert. XDR-TB ist ein Erregerstamm, der gegen alle bis dato entwickelten Medikamente resistent ist. [*] Knapp fünfzig Ländern haben das Auftreten von XDR-TB bis dato gemeldet. Vor knapp zwei Jahren wurde berichtet, dass in einer Klink in Kapstadt, mit TBC infizierte Patienten hinter einem meterhohen Zaun eingesperrt wurden. Quarantäne wurde das genannt. [*]. Es ist nur ein Thema von vielen in einem Land auf das die ganze Welt schauen wird.

Mit einwurf #10 möchten wir auf die Grenzenlosigkeit dieser Krankheit hinweisen. Weltweit ist ein Drittel aller Menschen mit Tuberkulose infiziert. Alle zwanzig Sekunden stirbt ein Mensch an diesem Leiden. Das sind 270 in neunzig Minuten. Mit seiner fotografischen Arbeit hat James Nachtwey schon vor einigen Jahren auf XDR-TB hingewiesen. Erinnern wir uns daran - obwohl oder gerade weil es die nächsten Wochen so viel Jubelschreie zu hören geben wird.