24 März 2010

szene: 10 days / 10 nights

ybdpt10days10 days / 10 nights
TEMPORARY BOOKSTORE OPENING / YBDPT STUDIO

zeitraum: 25.03.2010 - 03.04.2010
location: yeahboy department,
marktstraße 117, 20357 hamburg

details: yeahboy.biz

Für die kommenden zehn Tage präsentiert sich das YBDPT STUDIO im Hamburger Karoviertel als Buchladen. Man kann sicher sein, dass diese Idee wieder feinsten Genuss für alle Sinne bedeutet. Der Schwerpunkt wird auf besondere Magazine, Veröffentlichungen und Bücher gelegt werden, die sich rund um Fotografie, Fashion und Design drehen - kein Wunder also, dass von dieser Seite aus dringendst empfohlen wird diese Gunst der Stunde zu nutzen.

In den Ankündigungen von Yeahboy Department fallen unter anderem folgende Namen: Kaugummi, White Fungus, Rainoff, Ultraviolet Magazine, Unagi Books, Izrock oder Wystke van Keulen. Desweiteren wird die erste Zusammenarbeit von YBDPT mit dem Hamburger Magazin 'Nude Paper' [*] und Paul R. Gregor vorgestellt. Das Zine wird in einer Auflage von dreissig Exemplaren erscheinen und den Titel 'Nude Boy' tragen.

Bei guter Musik, kalten Getränken und ein bisschen was für den Magen werden am Donnerstag, den 25. März, um 19 Uhr die Türen bis 22 Uhr geöffnet. Also hin da!

21 März 2010

buch: Versteh mich nicht falsch

cover verstehVersteh mich nicht falsch
Gesten weltweit. Das Handbuch.
Julia Grosse und Judith Reker
EAN 9783981337006 / 128 Seiten
Bierke (2010) / 14,90 Euro

Dieses Buch ist nicht nur informativ und unterhaltsam - hübsch kommt es auch daher.

Es wird nicht verborgen geblieben sein, dass sich hier viele Empfehlungen um das Reisen und Unterwegssein drehen. So ist es auch bei dieser kleinen und feinen Veröffentlichung aus dem Münchner Bierke Verlag. Versagt der Wortschatz auf der Reise, dann kommt man nicht umher sich mit Händen und Füssen zu unterhalten. Hier kann die Lektüre von Versteh mich nicht falsch vor der Reise äußerst hilfreich sein. In Afghanistan oder Irak wird man sich mit einem fetten Lächeln und dem erhobenen Daumen sicher keine Freunde machen - selbst, wenn man es noch so gut meint. Wieso? In beiden Ländern gilt diese Geste als vulgäre Beleidigung. Man erinnere sich an Silvio Berlusconis Entgleisung im Februar 2002 - bei einem Gruppenfoto zeigte er hinter dem Kopf des damaligen spanischen Außenministers Josep Pique die Geste, die einen gehörnten Ehemann anzeigt. Julia Grosse und Judith Reker haben in Zusammenarbeit mit dem Fotografen Bong-Kil Grosse ein Büchlein entworfen, dass gleichermaßen zum Schmunzeln anregt, wie informiert.

Auf der Website [*] zum Buch gibt es übrigens die Möglichkeit sich ein paar Seiten durch das Buch zu blättern. Verschafft euch also einfach selbst einen Eindruck. Es lohnt sich.

medientipps:

14 März 2010

szene: Future Shorts Hamburg

future shortsFuture Shorts Hamburg

zeitraum: 25.03.2010 um 21:00
location: filmraum,
müggenkampstraße 43, 20257 hamburg

details: futureshorts.com

An dieser Stelle wurde ja bereits auf das großartige Future Shorts Festival hingewiesen [*] und ebenso sollte der geneigte Leser inzwischen auch den Filmraum in Eimsbüttel kennen. Im März bietet sich wieder die Möglichkeit eben dort einzukehren und neun Kurzfilme zu konsumieren.

Im Vordergrund wird vor allem die Liebe und ihre unterschiedlichsten Auswüchse gehen. Skurilitäten, wie der von Mei Ling ins Herz geschlossene Oktopus aus dem Abflussrohr oder Linas, die in fortgeschrittenem Alter immernoch mit dem monogamen Konsens bricht. Besonders gespannt bin ich jedoch auf die israelische Produktion 'Lost Paradise' von Mihal Brezis und Oded Binnun, sowie die im Kurzfilm eingewobenen Entwicklungen zwischen einem Paar beim Rendevouz in einer billigen Absteige.

Für alle die räumlich nicht in Hamburg, sondern unserer wunderbaren Haupstadt zu verorten sind, wird empfohlen sich am 27.03.2010 im Glashaus [*] einzufinden.

12 März 2010

media: LastAgenda

lastagendaLastAgenda
web. lastagenda.de
head. thorsten keller
since. 2010
location. hamburg

Das Wochenende hat gerade an die Tür geklopft und man leidet an aktuter Unschlüssigkeit bezüglich der kulturgefärbten Planungen. Wie passend es doch ist, dass vor wenigen Stunden LastAgenda an den Start gegangen ist. Von nun an können sich hier alle in Hamburg lebenden Mitmenschen zu den Themen Architektur, Design und Fotografie auf den neusten Stand bringen lassen. Für Thorsten Keller, den führenden Kopf hinter diesem Projekt, war insbesondere das Fehlen einer Art zentraler Anlaufstelle ausschlaggebend. Hier und da gab und gibt es ja Input, wenn man nach Kultur schmachtet, aber auf einen Blick gab es das bis dato nicht.

Keinen geringeren Anspruch, als absolute Vollständigkeit hat lastagenda.de dabei. Selbst nach der kleinsten Gallerie wurde während der Realisationsphase geforscht. Alle Ausstellungen und Veranstaltungen in Hamburg aus den drei Themenbereichen sollen hier versammelt sein. LastAgenda ist also eng an das Zauberwort 'Partizipation' gebunden. Geplant ist dafür eine schlicht und ergreifende Funktion: Der Button "Add your own event" wird bald verfügbar sein und hoffentlich auf Anklang stoßen. Letztlich noch eine besonders liebreizende und erwähnenswerte Funktion: Das bald an den Start gehende iCal - Abo für Last Agenda importiert euch automatisch die neusten Termine in den elektronischen Kalender.

Also bleibt letztlich nur zu sagen, dass diese Seite in eure Lesezeichen gehört und ihr brav Fan bei facebook [*] werdet. Ein schönes Wochenende allerseits.

09 März 2010

buch: Georg Zoche / Welt Macht Geld

cover zocheGeorg Zoche / Welt Macht Geld
EAN 9783936738636 / 352 Seiten
Blumenbar (2010) / 19,90 Euro

Wer unsere Welt wie sie ist ein Stück besser verstehen will, sollte Georg Zoches Buch lesen.

Geht es nach google.de schlägt Geld mit ca. 57.100.000 Ergebnissen die Liebe (ca. 55.300.000). Kaum ein anderer Begriff ist mit mehr Floskeln oder Synonymen gesegnet als unser Geld. 'Geld regiert die Welt' oder 'Ohne Moos nix los'. Die etymologischen Ursprünge von 'Knete' und 'Schotter' würden mich dabei schon sehr interessieren. Mehr an die Substanz geht es jedoch in Georg Zoches Buch Welt Macht Geld. Innert weniger Seiten war mir klar, dass ich nach dieser Lektüre ein völlig neues Verständnis von Geld haben werde und vor allen Dingen, dass dieses Sachbuch mich nicht einen Absatz langweilen wird.

Keineswegs sind die Ursachen für die aktuelle Finanzkrise ausschließlich beim Versagen der US-Notenbank und ihrer Zinspolitik oder bei diversen Ratingagenturen zu suchen. Sie liegen in der Geschichte der Geldpolitik. Vor über 65 Jahren wurden auf der internationalen Währungskonferenz von Bretton Woods in aller Heimlichkeit Dokumente umgeschrieben und somit Vertreter von 43 der 44 teilnehmenden Staaten getäuscht. Dieser von Großbritannien als Betrug eingestufte Umstand, ist Grundlage des Geldsystems, dass durchaus als Ursprung des Ungleichgewichts genannt werden kann, dass letztlich in die große Finanzkrise der Nullerjahre führen musste.

Welt Macht Geld zeichnet sich durch eine großartige Lesbarkeit aus. Selbst bekennende Verfechter des Rechts auf Outsourcing von logischen Denkenaufgaben an Freunde, Bekannte oder Angestellte kommen mit diesem Buch zu Recht. Habe ich Harry Dexter White oder Alan Greenspan einfach nicht verstanden, dann springt Zoche einen Absatz später zur Hilfe und erklärt nochmal. So funktioniert dieses Buch und so entsteht ein Verständnis für diese komplexe Materie. Als einziges Manko mag angeführt werden: Zwischenzeitlich wollte ich, im Angesicht von so viel Gier und Schamlosigkeit der Finanzindustrie und den mächtigsten Nationen, meinen Kopf gegen die Scheiben der nächsten Bankfiliale schlagen. Hätte auch niemandem geholfen und so habe ich es gelassen.

Lieber zitiere ich abschließend den Autoren selbst:
"Heute ist abzusehen, dass uns der US-Dollar als Weltleitwährung verlassen wird und so stellt sich die Frage, was folgen soll.
Die Beantwortung dieser Frage sollten wir aber nicht der Finanzindustrie oder mächtigen Nationen überlassen. Wir, die Zivilbevölkerung, müssen uns einmischen. Denn die zukünftige Finanz- und Wirtschaftsordnung wird entscheiden, ob wir die Probleme der Zukunft lösen können." [*]

medientipps:

02 März 2010

buch: Elisabeth Rank / Und im Zweifel für dich selbst

cover rankElisabeth Rank / Und im Zweifel für dich selbst
EAN 9783518461433 / 202 Seiten
Suhrkamp Nova (2010) / 12,90 Euro

Aufbrechen, weil etwas wegbricht in der Hoffnung auf dem Weg zu vergessen was war

Kann es so leicht sein? So einfach? Diese Frage stellte sich Lene, als sie Tim kennen und lieben lernt. Ihre Zweisamkeit hält an, doch im Sommer 2006 stirbt ihr Freund bei einem tragischen Verkehrsunfall. Lene fällt in ein tiefes Loch, aus dem ihr der Trost der Familie nicht heraushelfen kann. Ihre Heimatstadt Berlin ist gepflastert mit Erinnerungen und so bleibt ihr nur ein Ausweg. Aufbrechen nach irgendwo und die einzige Person die sie auf diesem Roadtrip begleitet ist ihre Freundin Tonia.

Die Sonne brennt gnadenlos. Ihre anfangs ziellose Reise führt sie heraus aus Berlin, quer durch die mecklenburgische Provinz. Von Ort zu Ort und es ist als ob, wie ein gänzlich unsichtbarer Verfolger, die Erinnerungen stets am Heck des Autos hängen. Da sind Fragemente, Bruchstücke, Mosaiksteinchen einer Zeit die eben noch war, doch nicht mehr ist und nie mehr sein wird. Unwillkürlich tauchen sie auf und entführen uns als Leser, in Lenes Gedankenwelt. Das Äußere, dass plötzlich nicht mehr mit dem Inneren übereinstimmt zeigt sich in fast schon surrealen Begegnungen an Rasthöfen, malerischen Landschaftsbildern und letztlich der unweigerlichen Rückkehr nach Berlin.

Der Schmerz, der in Elisabeth Ranks Debütroman anklingt ist von einer solchen Intensität, dass es einem zeitweise scheint, als würden einen die Zeilen anbrüllen. Lenes lautloses Weinen und Gemurmel, der Schweiss auf der Oberlippe und die Hilflosigkeit in der ersten großen Krise - all dies wird Seite für Seite spürbar und das ist so herausragend, an dieser Roadstory. "Und im Zweifel für dich selbst" ist ein Generationenporträt und eine wundervolle Liebesgeschichte. Selten schafft es ein Roman, mich in aller Öffentlichkeit zu Tränen zu rühren. Frau Rank hat es geschafft und schreibt sich ganz nach oben, in meine Hitliste der Neuerscheinungen 2010.

medientipps: