Dieses Jahr war sehr aufregend. Wir drehen die Regler langsam gegen den Uhrzeigersinn. Fade out. Hinter uns liegen viele Ereignisse. 2009 war ein krasser Sampler, wenn man so möchte und neben den gewohnt guten Acts, gab es einige große Enttäuschungen.
Noch ist das Jahr auch nicht vorbei. Die Outro steht noch auf der Tracklist und natürlich könnte auch ein Hidden Track dabei sein. Schauen wir nach ...
Die letzten Wochen stehen natürlich auch im Zeichen des Weihnachtsfest. Traditionell sollte es das Fest der Familie und eine besinnliche Zeit darstellen. Einigermaßen konsterniert können wir jedoch jedes Jahr neuerlich feststellen, dass Kaufhausmusik, Jingles und Kommerz die allgemeine Stimmungslage besser wiedergeben. Zwei vernünftige Geschenke sind als Medientipps zu finden. Noch kann man beim großen Händler amazon pünktlich zum Fest bestellen. Vielleicht findet der Tipp bei dem einen oder anderen Leser Anklang.
Mit dem Versprechen, dass wir uns dieses Jahr noch lesen und 2010 sicherlich eine erneute Verbesserung in Sachen Inhalte mit sich bringt, verabschieden wir uns in die Feiertage.
20 Dezember 2009
interna: Ein Hidden Track
17 November 2009
szene: Future Shorts ...
Future Shorts Hamburg
im filmraum - filmverleih & café
müggenkampstraße 43
20257 hamburg
am 26. november 2009
um 21.00 uhr
futureshorts.com
filmraum.com
Das Future Shorts Festival wurde 2003 in London gegründet und hat sich mit außergewöhnlichen Events schnell als großartige Alternative zu herkömmlichen Festivals entwickelt. Literatur, Musik und Kunst vereint mit Kurzfilmen - dazu die Möglichkeit für Kurzfilmer mit nur einer Einreichung weltweit präsent zu sein. Monatlich finden in 30 Ländern und 100 Städten Screenings statt. Die Liste umfasst unter anderem Großbritannien, Deutschland, USA, Italien, Holland, Kanada, Russland, Kenia, Bangladesh, Kolumbien und Afghanistan. Überzeugt?
Im November ist ein Future Shorts Screening in Hamburg im Filmraum in Eimsbüttel zu genießen. Die Location haben wir euch bereits vergangenes Jahr ans Herz gelegt. Also hinkommen ...
06 November 2009
buch: Henning Kober / Unter ...
Henning Kober / Unter diesem Einfluss
284 Seiten / 10/2009
S.Fischer / 18,95 Euro
Jeder Augenblick ist ein Bild. Verdammt viele Bilder in einem verdammt guten Buch.
Das Feuilleton behauptet stets, dass Henning Kobers Debüt im popliterarischen Erbe von Christian Krachts "Faserland" steht. Ehrlicherweise bin ich mir da nicht so sicher. Ja, "Unter diesem Einfluss" hat einen ähnlichen Sound. Kober und Kracht, das ist eine Aliteration. Beide sind eine Art Weltenbummler. Trotzdem fällt es mir schwer, dass streitbare Etikett Popliteratur zu wählen.
Widmen wir uns der Story. Berlin versinkt im Schnee. Der Notstadt soll ausgerufen werden und Janus feiert mit seinen Freunden. Er feiert. Die Bässe wummern. Einer fehlt jedoch und das ist Janus' Bruder Bobby. Was von Bobby bleibt sind wütende Blogeinträge im Internet. Die finale Hysterie. In der Hoffnung seinen Bruder wiederzufinden macht sich Janus auf den Weg. Über Berlin geht es unter anderem nach London, Paris, Las Vegas (ein besonders großartiger Abschnitt meiem Empfinden nach), Los Angeles und New York. Doch auch Afghanistan und Irak sind Schauplätze in diesem rasanten Roman.
Über ein Jahr begleiten wir einen Menschen auf einer ziellosen Suche. Scheinbar angekommen rückt das Ziel wieder in weite Ferne - eben nicht nur Bobby oder Jackie, nicht nur Bas oder Alfie. Was ist Nähe? Die Antwort auf diese Frage wird nicht diktiert. Es gibt keinen wirklichen Erzähler. Mit Sicherheit ist ein großer Wurf Kobers die Tatsache, dass ich diese Geschichte völlig anders gelesen habe, als manch anderer Mensch sie lesen wird.
Dazu gilt es die durchaus subversive Kritik zu feiern. Zwischen dem ominösen Magazin für das neue Deutschland (wo ist Ulf Poschardt?) und der künstlichen Oase Tropical Island steckt in diesem Buch mehr als nur Unterhaltung. Danke Henning Kober!
medientipps:
05 November 2009
film: Lift
Lift
dual purpose productions (uk / 2001)
regie / kamera: Marc Isaacs
produktion: Belinda Giles
dauer: 24 min
Dieses Debüt hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel und mit der Zeit hat sich Marc Isaacs in der Filmwelt einen Namen gemacht. 2009 hat er für den Film "Men of the City" das siebte Mal die Regie übernommen. Vorliegen tut nun der Kurzfilm "Lift" aus dem Jahre 2001. 24 Minuten begleiten wir Isaacs durch seine experimentelle Arbeit.
Mehrere Tage verbringt er zehn Stunden im Fahrstuhl eines Londoners Hochhauses, nahe seines Geburtsortes. Ohne die Reaktionen der Bewohner des Hauses erahnen zu können, filmt er munter drauf los. Was dabei entsteht ist ein großartiges Portrait einer typischen Hausgemeinschaft. Die erstmal verhaltenen Reaktionen der Passagiere, erste Gespräche, bei denen manchmal mehr durch Zufall sehr intime Dinge thematisiert werden. Manche bringen ihm Essen, dann steht ein Stuhl im Lift. Die Faszination des Auf und Ab - der Fahrstuhl scheint eine Reflektion des Lebens aller Menschen zu werden.
Marc Isaacs Filmdebüt wurde auf mehreren Festivals ausgezeichnet, so zum Beispiel 2003 mit dem Special Jury Prize Clermont-Ferrand und im selben Jahr auf dem Romadocfest mit dem Zabriskie Point Award. Für Calais: The Last Border (2003) erhielt er in der Sparte "Beste Dokumentation" den ersten preis des Berlin Film Festivals.
weiteres:
Film bei youtube.com anschauen
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