15 Januar 2010

szene: Club Transmediale 2010

club transmediale 2010Club Transmediale 2010
festival for adventurous music and related visual arts berlin

zeitpunkt: 28.januar - 07.februar 2010
locations: wmf, .hbc, hau2, haus der kulturen der welt,
spa, französischer dom, berghain-panorama bar, kino babylon


Anfang diesen Jahres steht die elfte Ausgabe der Club Transmediale in den Startlöchern. Wer kann sollte hin da.

Unter dem Motto OVERLAP - Sound & Other Media wird diesmal an die letzte Ausgabe des CTM angeknüpft. Das bedeutet es geht erneut um Situation und Perspektive des selbstbestimmten Musikschaffens und der experimentellen audiovisuellen Kulturen. Klar wird auch anständig gefeiert. Also was genau steht in den neun Tagen genau an?

Ein Highlight ist mit Sicherheit die exklusive Preview des Dokumentarfilms Making CONTAKT, am 03.Februar im Kino Babylon. Die beiden Filemacher Ali Demirel und Richie Hawtin stehen im Anschluss Rede und Antwort. Einen Trailer zum Film findet ihr im Anschluss dieses Artikels. Mehr dazu findet ihr auf m-nus.com. Großes Kino!

Das WMF in der Klosterstraße 44 wird auch kräftigst bespielt und ist erstmal die Hauptlocation des Festivals. Am 29.Januar erlebt man hier auf dem ersten Floor die Premiere der neuen Bühnenshow von Planningtorock. Naja, und es geht weiter. Erwähnt werden sollte der 31. Januar. Keiji Haino, eine der extremsten Persönlichkeiten der Szene, spielt ebenfalls im WMF auf.

Das komplette Programm findet ihr auf clubtransmediale.de

Großartigerweise hostet Zero-Inch auch dieses Jahr wieder die Festival Compilation. Natürlich for free und auch für alle die in Berlin nicht dabei sein können. Einfach kurz und knapp anmelden und ab heute runterziehen. Präsentiert wird das ganze von De:Bug - dem lesenswerten und mehr als abonnierwürdigen Magazin. Dreizehn Tracks ist das Werk stark. Dabei unterschiedliche Eindrücke von Künstlern wie Aoki Takamasa, Scuba, Joris Voorn oder Hildur Gudnadottir. Oben drauf wird noch der bereits erwähnte Trailer gepackt.

Hoffentlich konnten wir euch Festival samt und sonders medialer Untermalung schmackhaft machen und ihr schlagt zwischem dem 28.01. und dem 07.02 in Berlin auf.









12 Januar 2010

film: To Whomsoever ...

to whomsoeverTo Whomsoever It May Concern
vertizontal (in / 2010)
regie: Masoud Mohamed
story: Lakshman G Nayak
dauer: 5:28 min

Indien bringt jährlich weit über 200 Spielfilme hervor - wie viele solch gute Kurzfilme mögen es sein?

Im Rahmen eines nationalen Kurzfilmfestivals in Indien wurde am Indian Institute of Technology (IIT) von Bombay der Kurzfilm von Masoud Mohamed gezeigt - und er und seine Crew konnten begeistern. Von den 450 eingereichten Beiträgen belegte to whomsoever it may concern den sechsten Platz.

Die Kernbotschaft des Films ist in sekundenschnell vermittelt. Ungeduld, Eile, Hast und das stete Gefühl etwas verpassen zu können. In einer Einladung zum pre-screening in Bangalore wies Masoud Mohamed explizit darauf hin, dass der Film auch wirklich nicht viel Zeit der Zuschauer beanspruchen werde. Eine kleine ironische Anspielung? In der Metropolregion Mumbai (über 20 Millionen Einwohner) mag dies noch viel mehr den Nerv einiger Menschen treffen - in kaum einer Stadt scheinen sich die Uhren schneller zu drehen.

Unser gesichtsloser Protagonist, sein fahrbarer Untersatz. Wir beschleunigen und halten - nur kurz, doch diese wenigen Augenblicke des Innehaltens reichen, um eine tiefe Atmosphäre aufzubauen. Dieser Kurzfilm lebt nicht von der Brisanz seiner Handlung, sondern von dem Geschick seiner Macher einen Zeitgeist einzufangen. Das nicht unvorhersehbare Ende regt zum nachdenken an. Wie viel Entschleunigung brauchen wir? Spüren wir noch den Boden unter unseren Füssen oder sind wir gänzlich abgehoben?

10 Januar 2010

media: Black Cab Sessions

logo blackcabsessionsBlack Cab Sessions
web. blackcabsessions.com
twitter. follow them.

Es kommt schon mal vor, dass man wieder einen Abend länger arbeiten musste, damit dieses oder jene Projekt in seiner Realisierungsphase den letzten Schliff bekommt. Frei nach dem Prinzip Aktion - Reaktion, bleibt dabei auch mal ein Konzert auf der Strecke. Letztlich bleiben einem Reviews, verwackelte Konzertmitschnitte oder einfach nur Statusmeldungen der Kollegen auf Facebook, die statt der Band zu zuschauen, lieber ihr iPhone zücken, um ihrer Begeisterung angekommen zu sein, per Tastendruck statt Tanzbein Luft zu machen. Worst case scenario quasi ...

Sicher kann Black Cab Sessions kein Konzert ersetzen, aber durchaus Ursache ein paar vergnüglicher Stunden sein. Die Idee ist genial, wie simpel. Man nehme ein paar Musiker, ein klassischen englisches Taxi und gebe ersteren die Möglichkeit einer musikalischen Darbietung. Das ganze wird audiovisuell festgehalten und veröffentlicht. Kostenlos, auf der Höhe der Zeit und abwechslungsreich kommt das Angebot daher. Dabei waren und sind große wie kleine Namen. Killa Kela, Lykke Li oder The Maccabees seien hier genannt.

09 Januar 2010

buch: Tobias Rapp / Lost and ...

cover rappTobias Rapp / Lost and Sound
Berlin, Techno und der Easyjet
Suhrkamp / 8,99 Euro

Ist elektronische Tanzmusik passé? Was ist am Spreeufer los? Hier sind Antworten.

Ableton, Afterhour, Druffis, Ostgut, Restrealität, Spreeufer für alle, Techno und Zwischennutzung sind nur ein paar der Begriffe die den Umschlag von Tobias Rapps kürzlich erschienenem Buch Lost and Sound schmücken. Die Realität in die wir bei der Lektüre abtauchen umfasst, jedoch weitaus mehr. Ein Stück Kulturgeschichte, vielleicht auch Sub- oder Popkulturgeschichte. Das Berliner Nachtleben steht gerade wegen der Entwicklungen in Sachen Mediaspree oft nicht nur im Fokus der regionalen Clubszene und fraglos liegt hier ein kulturpolitisches Statement vor, dass sich nicht ausschließlich mit Fundamentalkritik aufhält.

Darüberhinaus werden einige Größen der Technoszene porträtiert, wichtige Koordinaten im Nachtleben Berlins genannt und trotz der Wucht, mit der diese Informationen den Leser erreichen stellt Rapp gleich klar: Einen Anspruch auf Vollständigkeit kann und will er mit Lost and Sound nicht erheben. Zu groß, zu vielfältig ist diese Szene. Letztlich finden wir verpackt in zwanzig Platten, eine wunderbare kleine Geschichte des Berliner Sounds der nuller Jahre vor.

Das Konzept. In einer Woche bereisen wir den Mikrokosmos elektronischer Tanzmusik, blicken dabei über allerlei Tellerränder oder in Abgründe menschlichen Verhaltens - wer die Passage über zwei Efdemin-Groupies liest, weiß was gemeint ist. Eins ist jedenfalls garantiert: Liegt dieses Buch erstmal ausgelesen neben einem, verspürt man dieses unbändige Gefühl loszurocken - irgendwo in einer der unzähligen Locations in denen mit Sicherheit auch im neuen Jahrzehnt trotz diverser Umbrüche und Neuanfänge einiges geht.

und nun die werbung: