26 Januar 2010

einwurf #01

Das ist unser einwurf #01
heute: es geht auch günstig und schön.

Der Minimarkt bei Cohen & Dobernigg [*] in Hamburg schließt kommenden Freitag seine Pforten und es gilt hier, wie fast überall sonst: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben - mindestens ein wenig. Fündig ist man trotz geplünderter Regale noch geworden. Nach circa fünfzehn Minuten fiel die Kaufentscheidung. Man beachte die Preisentwicklung.

hank1
hank2
Hank Willis Thomas: Pitch Blackness
Aperture, EUR 36 EUR 9


ray1
ray2
Raymond Meier: Ppaper Special 04
Idea Books, EUR 18 EUR 8


All jenen die sich für Fashion faszinieren sei insbesondere der Schweizer Fotograf Raymond Meier ans Herz gelegt. Aufmerksamen Lesern der VOGUE wird er sicher aufgefallen sein.

Desweiteren ist der neue Resident Advisor Podcast [*] draussen und ein Segen für diesen Abend. Es gibt The Psychonauts auf die Ohren.
Zu viel schwirrt da oben rum, die Synapsen spielen Mitmach-Zirkus im Kopf und so wurde wenigstens ein passender Soundtrack erwischt. Es ist zu hoffen, dass man inspirieren konnte und in diesem Sinne geht es jetzt ins Land der Träume.

24 Januar 2010

szene: Frappant - Helm auf! Mund zu!

frappantFrappant - Helm auf! Mund zu!
Architektur, Film, Fotografie, Freie Kunst, Grafikdesign, Illustration, Mode - und Kostümdesign, Musik, Stadtplanung. Über 130 Leute sind im Frappantgebäude am Arbeiten.

zeitpunkt: 28.januar - 23.januar 2010
locations: frappant, große bergstraße 174, 22767 hamburg

Sogar überregionale Medien haben über das Corpus Delicti "Frappant" berichtet - dieses Wochenende gabs dort auf die fünf Sinne

Weshalb die Wortwahl Corpus Delicti? Auf der einen Seite könnte man das Frappant in der Großen Bergstraße als Relikt eines städtebaulichen Verbrechens sehen, auf der anderen Seite ist auch der gegewärtige Umgang mit den kultur- und kunstschaffenden Menschen vor Ort verbrecherisch. Noch vor der Gründung des Frappant e.V. und dem Einzug in den gleichnamigen Gebäudekomplex hatten es die Künstler nicht leicht - da gab es Sanierungen mit anschließendem Druck doch auszuziehen, weltfremde Auflagen und irrwitzige Mietpreise.

Inzwischen hat sich im Frappant einiges getan. Die dort ansässige Szene hat einen öffentlichen Raum geschaffen, dessen Wert möglicherweise für Miethaie, Paragraphenreiter und Erzkapitalisten nicht messbar ist - für uns ist er messbar. Jetzt will Ikea rein, aber WIR SIND SCHON DA. Es ist schwer vorstellbar, dass sich an diesem Zustand so einfach etwas ändert. Schon am Beispiel des Gängeviertels in der Hamburger City hat sich gezeigt, dass da was gehen kann. Problem ist nur, da ging es nicht um das sympathische, weltoffene Möbelhaus (Achtung: Ironie!) aus Schweden. Es soll nicht geleugnet werden, dass gegen gelegentliche Einkauf bei Ikea im Umland nichts spricht und diese Debatte wird hier auch nicht geführt werden. Die öffentliche Wahrnehmung in Sachen Gängeviertel war nur tatsächlich eine völlig andere. Der Frappant e.V. hat es eben nicht mit einem gesichtslosen Investor zu tun, sondern mit dem annerkannten Mitglied der Konsumgesellschaft.

Es ist dringendst empfehlenswert hier jetzt mit dem Gemecker aufzuhören. Viel schöner sind nämlich die gegenwärtigen Projekte die im und um das Frappant laufen. Noch viel schöner die Alternativen die der Verein, seine Mitglieder und Unterstützer in Sachen Nutzungskonzept ausgearbeitet haben.

Von all diesen kleinen und großen Dingen haben wir uns gestern erneut ausgiebig begeistern lassen. Im 7.Stock des Ex-Karstadt gab es bis heute unter dem Motto "Helm auf! Mund zu!" einiges zu sehen. Internationale Künstler unterstützten mit dieser Ausstellung den Verein. Skulpturale Kunst, neben Fotografie, Videoinstallationen oder Leinwänden. Speziell herauskehren möchte man hier den großartigen Film von Matthias Santiago Staehle. Den Trailer zu "amor o muerte" findet ihr im Anschluss an diesen Beitrag.

Wer an diesem Wochenende keine Zeit hatte, sich im Frappant blicken zu lassen, der sollte keine Mühe scheuen und jederzeit den Weg dort hin auf sich nehmen - trotz Glatteis und Minusgraden. Überzeugt euch selbst, kommt ins Gespräch und ergeht euch nicht am hauseigenen Küchentisch bei Weinschorle über die heutigen Auswüchse des Kapitalismus. Geht raus. Zeigt, dass jemand wie Florian Breetzke mit seinem Statement recht hat: "Meine Wahrnehmung ist, dass die Bevölkerung sehr aufgeschlossen ist und die Stadt die Künstler sehr unterschätzt." Bis auf bald - ganz bestimmt, denn wir sind schon da!

22 Januar 2010

film: Honeymoon

honeymoonHoneymoon
Film Four, 2amfilms (uk / 2007)
regie: Miranda Bowen
cast: Emilia Fox, Aleksandar Mikic, Steve Huison, ...
dauer: 30:25 min

Der Kurzfilm, den wir uns heute vornehmen ist nach dem Zeitraum benannt, den wir im deutschsprachigen Raum gerne als Flitterwochen bezeichnen. Honeymoon ist nicht der erste Film für den Melinda Bowen ihre Ideen audiovisuell umgesetzt hat. Für diese Produktion jedoch hatte sie sich nichts als das Bild einer Frau in einem Hochzeitskleid im Kopf, die verlassen an einem Rasthof sitzt. Dieses Bild reicht uns aus, um den Peak des Films hier und an dieser Stelle zu beschreiben.

Ein frischvermähltes Paar schickt sich an, die ersten Tage der Ehe zu begehen. Sie sind auf dem Weg zu ihrem ersten Stopp. Mitten in der ersten Nacht erreichen sie einen Rasthof. Zoran will eigentlich nur telefonieren, Dawn bestellt Kaffee und wartet - vergeblich. Die folgenden Stunden sind von düsteren Visionen und obskuren Situationen geprägt. Stunden, die sie ein völlig neues Bild ihres neuen Gatten zeichnen lassen.

Ursprünglich wollte Miranda Bowen ins Horror-Genre eindringen und glücklicherweise hat sie sich doch für einen dramatischen Plot entschieden. Fraglos hat sie ein Händchen für eine unheimliche Atmosphäre und den Aufbau von Spannung. Es ist jedenfalls nicht nur ein Brautkleid das hier knistert. Das Dunkel mit dem dieser Film beginnt und welches sich darauf in Dawns Kopf manifestiert, mag vom Morgengrauen am Ende nicht vertrieben werden.

Der Kritikpunkt, zu viele Fragen blieben unbeantwortet, mag für triviale Gemüter gelten. Ehrlicherweise stellt man bei genauerer Betrachtung fest, dass es schlicht und einfach keine befriedigenden Antworten gibt. Wären sie gegeben worden, hätten sie diesem Kurzfilm viel seines Zaubers genommen, der aus dem Zweifel einer Frau erwächst, die dachte angekommen zu sein.

Eine ganz wunderbare Reihe an Motiven hat die Fotografin Anna Leader im Rahmen der Produktion geschossen. Zu bewundern sind diese auf Ihrer Website [*]. Nun lehnt euch für eine halbe Stunde zurück und genießt das Kino ...



weiteres:
interview mit miranda bowen
2am films
futureshorts


medientipps:

19 Januar 2010

media: Resident Advisor

logo resident advisorResident Adivsor Ltd.
web. residentadvisor.net
heads. Paul Clement & Nick Sabine
since. 2001
location. London, Berlin

Wer wirkliches Interesse daran hat zu erfahren, was gerade in der internationalen elektronischen Musikszene passiert, kommt an Resident Advisor nicht vorbei. Das kommerziell enorm erfolgreiche Webzine gibt es seit 2001 - bald steht also das zehnjährige Jubiläum an. Eigenen Angaben zu Folge verfolgen monatlich mehr als 600,000 Leser die News, Reviews und Features. Die Büros in London und Berlin werden von Autoren und Fotgrafen aus der ganzen Welt mit immer neuem Content versorgt. Über mangelnden Input können sich hier weder Musikliebhaber, noch Clubgänger beschweren.

Die internationale Ausrichtung von Resident Advisor spiegelt sich auch in den Aktivitäten des Unternehmens auf, die sich offline abspielen. Dazu zählen zum Beispiel die Kooperationen mit dem Sónar Festival, der CTM in Berlin oder die hauseigenen Clubnächte. Gerade für den Easyjet hat RA auch seinen Reiz. Der Eventkalender ist stets prall gefüllt und viel diskutiert. Die internationale Feierszene kann also recht schnell absehen, ob sich am kommenden Wochenende eher Barcelona, Berlin oder London lohnen.ie Boxen und der wunderbare DJ Stingray gibt sich die Ehre. Neben bekannte

Genug der obsessiven Feierei und widmen wir uns nun unserer akustischen Passion. Neben brandaktuellen Single- und Albenreviews, bietet RA einen fantastischen Podcast an. Wer per iTunes jeden Montag neue Störgeräusche für die Ohren der Nachbarschaft geliefert haben will, bekommt diese hier frei Haus geliefert. Während diese Zeilen geschrieben werden gibt sich Sherard Ingram alias DJ Stingray die Ehre, nachdem es letzte Woche mit Marcus Worgull etwas weniger rough zu ging.

Rund um versorgt also. Wer das globale Netwerk der elektronischen Szene sucht und bei RA gelandet ist, bleibt und liegt mit dieser Entscheidung definitiv richtig.